Die Abhängigkeit von Influencer gegenüber SM Plattformen.

Aktualisiert: 3. Dez 2020

Diese können den Influencer jederzeit vom Netz nehmen können.




Social Media-Plattformen werden von Influencern als deren Arbeitsplatz bezeichnet. Sie benötigen Plattformen wie Instagram, Youtube, TikTok, Facebook und viele mehr, um ihre Arbeit dort zu verrichten und erfolgreich zu werden. Doch was passiert, wenn der Account gehackt wird oder gewisse Inhalte in Postings und Beiträge nicht erlaubt werden? Wer steckt dahinter und welche Auswirkungen kann dies für einen Influencer haben?

Leider nehmen Hacker-Angriffe bei Instagram und Co. zu. Gelöschte Bilder, verändertes Passwort oder fremde Posts sind ärgerlich und können besonders für Influencer schwere Folgen haben. Die verantwortliche Personen sind schwer zu finden oder nicht greifbar, da sie im nicht-europäischen Ausland sitzen, und können daher selten zur Rechenschaft gezogen. Das soziale Netzwerk Instagram wird besonders gerne gehackt, da es immer populärer wird. Durch diese virtuellen Angriffe wollen Hacker andere Personen schädigen und meist gelingt dies leider.


Influencer sollten daher gewisse Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und z.B. gute Sicherheitsmaßnahmen beim Login und für sie wichtige Bilder, besonders Bilder von Kooperationspartnern, extern speichern, um einen dauerhaften Verlust zu vermeiden. Oft geht es soweit, dass Hacker ihre Opfer erpressen. Sie fordern eine Geldsumme, erst dann geben sie den Account wieder frei. Für den privaten User ist der Verlust seines Profils zwar ärgerlich, aber nicht existenzbedrohend, bei Influencer ist dies hingegen anders. Influencer verlieren während dieses Cyberangriffs User und ihre Verdienstmöglichkeit. Ohne Zugriff auf ihr Konto kann es sogar zu dem Verlust von Kooperationspartnern kommen. Hacker nutzen diese Abhängigkeit aus und verlangen Lösegeld.



Doch was tun Social Media-Experten, wenn dieser Fall eintritt? Viele Influencer haben hier bereits leidvolle Erfahrungen machen müssen, den Hilfe von den Betreibern der sozialen Netzwerken zu bekommen, ist sehr schwer, zeitaufwendig und langwierig. Bereits die Kontaktaufnahme ist nicht einfach, denn häufig lassen sich keine Kontaktdaten finden, geschweige denn kann man jemanden persönlich erreichen. Nur über anonyme Supportchats kann der betroffene Profilbesitzer hoffen, dass sein für ihn schwerwiegendes Anliegen gehört wird. Bis es dann zu einer Bearbeitung kommt, können jedoch Tage, wenn nicht sogar Wochen vergehen. Bis dahin ist er allein gelassen ohne konkretes Feedback oder Kontrolle über seinen Account. Währenddessen bangt er einerseits um dessen eventuellen dauerhaften Verlust samt der bis dahin hineingesteckten Arbeit, Zeit und investierten Geldes z.B. durch Adschaltungen oder Contentproduktion, andererseits fürchtet er um den Missbrauch seines Accounts. So geben sich Hacker u.a. als Influencer aus und schreiben deren Kontakte an, stellen rufschädigende Posts ins Netz oder verfälschen bisherige Inhalte. Auch könnten sie sich Zugang zu ihren Online-Bezahldiensten wie PayPal verschaffen, in ihren Namen online einkaufen, Firmengeheimnisse ausspionieren, Trickbetrug betreiben oder Viren und Würmer an Follower verbreiten. Von Diffamierung bis zur Veröffentlichung pornografischer Inhalte reichen die Social Media-Gefahren. Zwar haben die sozialen Netzwerke ethische Verhaltenscodices und setzen meist auch Moderatoren ein, die verbotene Inhalte entfernen, allerdings kann das durchaus mal mehrere Tage dauern. Pikante Inhalte können sich somit zunächst unkontrolliert verbreiten. Andere mögliche Schritte bei einem Accountmissbrauch sind der genaue Beleg, wer Zugang zu entsprechenden Daten hatte, und die Anzeige bei der Polizei.

Die Folgen eines Missbrauchs sind besonders für Influencer, die überwiegend ihren Lebensunterhalt damit verdienen, nicht zu unterschätzen: Eine mit Beleidigungen versehene Diskussion auf dem eigenen Account schreckt bestehende und neue User ab. Auch wenn die zuständigen sozialen Netzwerke bei Hassposts oder Gewaltandrohungen nicht gleich eingreifen, wirkt das ruf- und imageschädigend. Insbesondere, wenn daraus ein Shitstorm entsteht, kann ein Eklat nicht aufgehalten werden.


Für Facebook z.B. wäre es, dank einer automatischen Prozedur, sehr einfach den Account wiederherzustellen, leider erhalten viele Influencer diese Hilfe nicht und werden weiterhin erpresst oder haben lange Zeit keine Kontrolle über auf ihren Account. Bei der Abwehr von Hackangriffen wünschen sich besonders Influencer persönliche und rasche Unterstützung. Die betroffenen Influencer verlangen nun bessere Hilfestellungen von den Betreibern wie Facebook bzw. Instagram, das mittlerweile zu Facebook gehört, Youtube und viele mehr. Sie dürfen ihre User gerade in dieser Situation nicht vernachlässigen, besonders falls Drohungen vorliegen und/oder Existenzen dadurch verloren gehen. Wer dann doch einen Plattformmitarbeiter erreicht, muss mittels bestimmter Informationen und Fotos seine Identität nachweisen. Diese werden dann geprüft und im besten Fall erlangt der Influencer seinen Zugang wieder zurück. Leider tritt dieser Fall nicht immer ein.


Ein Hack ist also für die betroffenen Influencer sehr schädigend und deshalb holen Influencer sich immer öfter Hilfe von externen Experten, um Probleme dieser Art schneller zu lösen. Da dies allerdings sehr kostspielig und aufwendig ist, hoffen Influencer weiterhin auf eine bessere Unterstützung der Betreiber-Konzerne.


Spezielle bzw. heikle Beispiele an Influencer in Bezug auf ihr Schwerpunktthema sind z.B. sog. „Insta-Babes“, sie posten vorwiegend sexistische Bilder und Videos. Zwar lassen sich die sozialen Netzwerke wie z.B. Instagram in Bezug auf Mobbing, Rassismus, Sexismus und Gewalt nichts nachsagen. Postings von Stars, Influencern aber auch von Privatpersonen, die den Instagram-Nutzerbedingungen nicht unterliegen, werden sofort untersagt, gelöscht oder zensiert. Erotik-Models wie Violet Summer fanden allerdings Wege sich trotz der strengen Nutzerbedingungen auf Instagram erotisch zu präsentieren. Sie halten alle Regeln und Vorschriften ein und schaffen es durch gekonnte Fotografie und kreativen Outfits einen tiefen Einblick zu gewähren. Ihre Followeranzahl in Millionenhöhe bestätigen ihnen ihr Handeln. Daraufhin änderte Facebook 2020 seine Regeln und erlaubt mehr Nacktheit auf Instagram. Aber keine Angst, „Nudes“ werden strikt verboten.


Hass-Kommentare, Mobbing, Rassismus und Gewalt werden immer weniger gemäß den selbst auferlegten Social Media-Policies von Facebook & Co geduldet, sondern sofort gelöscht. Den neuesten Berichten zufolge will sogar die deutsche Regierung es gesetzlich ermöglichen, Hass-Kommentare binnen wenigen Tagen löschen zu lassen. Besonders Influencern kommt dies gelegen. Der sogenannte Shitstorm kann damit in Grenzen gehalten werden und der Ruf eines Social Media-Experten wird nicht mehr so schnell durch den Dreck gezogen.

Umgekehrt kann es jedoch sein, dass es zu ungerechtfertigten Löschungen von Posts kommt. So erhält beispielsweise Facebook regelmäßig Kritik für seine undurchsichtigen Kriterien bzgl. Löschungen. Diese Unberechenbarkeit macht die Arbeit eines Influencers dementsprechend schwerer und nicht einschätzbar, gerade wenn er einen Post für einen Werbepartner erstellt hat, der anschließend aus nicht nachvollziehbaren Gründen entfernt werden würde. Hier dann einen schnellen, kompetenten Support von den Betreibern zu erhalten, kann wie oben bereits erwähnt schier unmöglich sein.


In den letzten Wochen, während des amerikanischen Wahlkampfs, hat vor allem Twitter mit seinem Verhalten gegenüber einen besonderen, weltweit sehr bekannten Influencer Schlagzeilen gemacht: Twitter markierte Donald Trumps Beiträge als Fake-News. Der US-Präsident, den man wahrlich als Influencer-Präsidenten bezeichnen kann, hat schon vor den Auszählungen der Stimmen behauptet, dass ein Wahlbetrug vorliegen werde. Er veröffentliche dies und Twitter reagierte darauf – seine Beiträge wurden als Fake-News gekennzeichnet oder gelöscht. Twitter will nicht mehr alle Trumps Aussagen und Beiträge bedingungslos anerkennen und schützt dadurch die Twitter-Community.


Wer in den sozialen Netzwerken einen Account besitzt und dort konsumiert sowie agiert, hinterlässt Spuren. Wer sein Profil oder seinen News-Feed öffentlich zugänglich hat - wie es natürlich vor allem ein Influencer macht, um neue Follower zu gewinnen - gibt den Datenkraken, den Netzwerkbetreiber täglich Informationen über seine Person, Hobbys, Verhaltensweisen, Meinungen, Vorlieben, Fotos etc. und hinterlässt dadurch einen großen digitalen Fußabdruck. Die AGB der Plattformen sind hier recht klar und für alle einsehbar: Facebook z.B. hat die Rechte an allen Bildern, die man auf seinen Plattformen hochlädt, und darf auch öffentliche Profildaten an seine Partner weiterverkaufen. Veröffentlicht ein Influencer also ein Foto oder Video, so gibt er automatisch alle seine Rechte für seinen selbstproduzierten Content ab. Jedoch hat ein Influencer keine andere Wahl als den vorgeschriebenen AGB zuzustimmen, denn ohne Bestätigung kann er keinen Account eröffnen bzw. führt ein Widerspruch zur Löschung des Accounts.



Es ist demnach generell nicht einfach, die Kontrolle und Rechte über seinen Account, seine Beiträge und seinen Content in den sozialen Netzwerken zu erhalten. Man kann nur hoffen, dass die Betreiber der Social Media-Plattformen anfangen, schneller zu reagieren und besonders Hackangriffe abzuwehren. Die User, besonders Influencer, müssen bestmögliches geschützt und unterstützt werden. Hackangriffe aber auch Shitstorms und Hass-Kommentare sollten stärker unterbunden werden. Virtuell ist es einfach gegen andere Menschen zu schießen, hoffen wir, dass Social Media-Betreiber gegen solche User vermehrt vorgeht. Durch grundlegende Vorsichtsmaßnahmen kann sich der Nutzer aber auch ein Stück weit selber schützen. Zum einen mit einem sicheren Passwort, das regelmäßig geändert und nicht auf anderen Webseiten, Onlinediensten und Plattformen verwendet wird. Zum Anderen durch die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifzierung, die durch eine Anmeldung in zwei Schritten die Sicherheit vor unbefugtem Zugang erhöht. Hierbei braucht man neben dem Passwort einen zusätzlichen Code, der auf das Handy geschickt wird. De meisten Dienste wie Facebook, Instagram, Twitter, WhatsApp und LinkeIn bieten inzwischen diese sichere Möglichkeit, die besonders Influencer nutzen sollen, um ihr Werk und ihren Account bestmöglich zu schützen.

Ebenso ist zu wünschen, dass die Rechte der User an ihren persönlichen Daten und eigenen kreierten Content gestärkt werden. Auch wenn soziale Netzwerke weltweit agieren und oft in anderen Ländern als der User sitzen: Meistens müssen sie sich an das vorherrschende Recht aus dem Land vom User halten, im Falle eines deutschen Influencer also an das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).


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