Wie du Zeit sparen kannst und dich auf´s Wesentliche konzentrierst

Aktualisiert: 3. Dez 2020



COVID-19 hat uns weiterhin fest im Griff. Social Distancing veränderte unseren Alltag und unsere Gewohnheiten. Wir alle verbringen momentan mehr Zeit in einer virtuellen Welt als sonst. Die fehlenden realen Kontakte gleichen wir durch mehr Interaktion und Contentkonsumation in den sozialen Netzwerken aus. Besonders jetzt werden digitale Inhalte immer relevanter und bekommen großen Zuspruch.

Influencer waren und sind natürlich ebenso von den coronabedingten Einschränkungen betroffen und mussten ihren tägliches Leben genauso wie ihre Community umstellen. Bis dato stand bei vielen die Darbietung vom eigenen perfekten, unerreichbaren Lebensstil im Mittelpunkt, nun standen die Influencer aber vor denselben Beschränkungen und ähnlichen Herausforderungen sowie Verunsicherungen wie ihre Follower. So führte die Pandemie die Influencer zu einer Annäherung ihrer Lebensrealität an die ihrer Fans. Dies wirkte sich dementsprechend auch auf ihren Aufritt und ihre Kommunikation in den sozialen Netzwerken aus, denn die Situation zwang sie auf die geänderten Umstände und Realitäten zu reagieren. Einerseits kreierten und begeisterten sie mit neuen kreativen Beiträgen, Ideen und authentischen Content, den ihre Follower zuhause nachahmen können. Andererseits versuchten sie besonders jetzt viele Menschen positiv zu stimmen und zu entertainen.


Für Influencer ist 2020 ein Jahr ohne zeitaufwendige Reisen, Veranstaltungen und aufwendige Produktionen. Viele wurden durch gesetzte Maßnahmen ihrer Regierung in ihrer gewohnten Contentkreation eingeschränkt und mussten sich neu orientieren. Der Besuch von außergewöhnlich schönen Orten ist in der Coronazeit nicht möglich bzw. schwierig und beschränkt dadurch die Möglichkeiten für die Creatoren. Statt Videos und Fotos aus ihrem Fitnessstudio zu posten, stiegen die Fitness-Influencer z.B. auf Home-Workouts um. Sie versuchten ihre Fans mit sportlichen Übungen von Zuhause aus oder in der Natur zu begeistern und ihre Follower zu mehr Sport und Bewegung zu animieren. Food-Influencer kreierten ihre außergewöhnlichsten Gerichte in ihrer Küche und Reise-Influencer posteten Bilder aus ihrem Zuhause. Die Contentproduktion von Bildern und Videos wurde also großteils auf Zuhause verlegt und der Contentinhalt der Situation sowie der Community entsprechend angepasst.

Viele der Social Media-Experten nahmen sich Zeit für eine bessere Contenterstellung und nutzten die gewonnene Zeit für die Überarbeitung ihres persönliches Marketings. Sie konzentrierten sich wieder auf das Wesentliche, nämlich ihre Community und traten mit ihr intensiver in Interaktion. Durch sogenannte Fragerunden lernten sie ihre Follower besser kennen, beantworteten die von ihnen aufgeworfenen Fragen und gingen auf die Wünsche, Bedürfnisse sowie Anregungen ihrer Zielgruppe ein. Authentizität und Empathie wurden wieder in den Vordergrund der Kommunikation gestellt. Dies führte zu größeren Reichweite, höherem Engagement und mehr Follower. Resultat war ein lebensnaher, inspirierender und glaubwürdiger Content, so dass sich die User stärker mit dem Influencer identifizieren konnten. Besonders Live-Inhalte wie Livestreams und Stories wurden beliebt und sehr gut von den Usern angenommen. Dadurch können aufwendige Nachproduktionen wie Bildbearbeitung und Videoschnitt gespart werden.


Highclass Veranstaltungen, Wochenendtrips, besonderen Events oder einfach ein Treffen mit Freunden sind in diesem Jahr leider nur eingeschränkt machbar. Einige Influencer versuchten sich an neuen Plattformen und Formaten, aktivierten z.B. die Plattform TikTok, um ihre Fans mit TikTik-Videos zu belustigen. Diese Videos verbunden mit persönlichen Stories wurden gerade in der Quarantäne-Zeit ein Hype und von vielen neuen Usern geklickt, um Unterhaltung und Ablenkung zu finden. Gutes Storytelling wird von den Follower geschätzt.



Einige Influencer zeigen sich in dieser Zeit von einer anderen Seite und gewähren ihren Follower besondere und private Einblicke, immerhin wollen Influencer deren Fans immer etwas Neues bieten können. Influencer nehmen sich aber auch dem Thema COVID-19 sehr sensibel an und wollen ihren Begleitern über die unterschiedlichsten Plattformen beistehen. Sie erzählen in der Öffentlichkeit von ihren eigenen Erfahrungen, aber auch wie sich ihr Familien- und Berufsleben durch Quarantäne und den verschiedenen Einschränkungen geändert hat. Probleme werden dabei nicht ausgelassen, um ihren Followern zu zeigen, dass die schwierige Situation nicht nur in ihren Haushalten zu Komplikationen führen kann.



Influencer müssen allerdings trotz dieser besorgniserregenden Zeit Geld verdienen und haben Kooperationspartner, bei denen sie ihren Soll erfüllen müssen. Vor und zu Beginn der Krise wurde das Influencer-Business oftmals dafür kritisiert, dass es nur noch um die „Vermarktung“ von „Reichweite“ ging und die Influencer zu Online-Werbesendungen verkamen. Natürlich können sie nicht damit aufhören Werbeschaltungen zu machen, schließlich verdienen sie damit ihren Lebensunterhalt. Dies wurde allerdings gerade in der Anfangszeit der Coronapandemie stark missbilligt. Influencer sollen doch wenigstens jetzt aufhören, gesponserte Beiträge zu posten. Diese Kritik ist nicht gerechtfertigt, immerhin versuchen alle Unternehmen ihrer Tätigkeit so gut wie möglich nachzukommen.

Die Pandemie hat auch im Bereich der Zusammenarbeit mit Unternehmen einen einschneidenden Wandel gebracht hat, so werden u.a. neue Kooperationsansätze anstatt Influencerevents ausprobiert. Ebenso stehen nun mehr inhaltsorientierte, sinngebende und nachhaltige Kooperationen im Trend. Dabei können Influencer mit ihren Erfahrungen in der Produktion auf Low-Budget-Level ihren Werbepartnern eine zusätzliche Ressource anbieten, da die üblichen Werbeproduktionen nicht oder nur eingeschränkt durchführbar sind. Von Vorteil ist nun auch, dass die Produktionen wesentlich lokaler und regionaler stattfinden und somit nicht nur Geld, sondern auch Zeit sparen. Marken können sowohl von der nun größeren Nähe der Influencer zu ihren Follower als auch von deren Expertise bei der kosteneffizienten Contenterzeugung profitieren und so trotz der Krise auf wirkungsvolle Weise in den sozialen Netzwerken kommunizieren und relevanten Content kostengünstig produzieren.



Influencer mussten relativ schnell auf neue Situationen reagieren und ihre Beträge, ihren Content sowie die Art der Vermarktung gezielt umstellen. Diese Veränderungen sehen einige Influencer grundsätzlich positiv, da sie flexibel sind und dadurch neue Strategien und Marketingmaßnahmen angehen können. Während Corona haben die meisten schnell eine gewisse Schockstarre überwunden und sich weitergebildet und dazugelernt. Zusätzlich zum neuen Schwerpunkt des kreativen, nachhaltigen Contents haben sie auch neue Verkaufsmodelle als Chance entdeckt. In Asien hat bereits in der ersten Jahreshälfte Live-Shopping großen Anklang gefunden sowie gute Erfolge erzielt und könnte auch hier in Europa einen neuen Trend auslösen, eventuell bereits für das wichtige Weihnachtsgeschäft.

Eine weitere Entwicklung verstärkt sich immer weiter, das Social Media-Shopping oder auch Social Commerce genannt. Darunter versteht man den Kauf und Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen über soziale Netzwerke. Der Konsument muss für den Einkauf bestenfalls nicht einmal die Plattform wechseln. Ziel ist der „One-Stop-Shop“: Mit nur wenigen Klicks wird Shopping in den sozialen Netzwerken für jeden einfach, leicht und schnell und bietet dadurch einen großen Anreiz für potenzielle Käufer. Immer mehr Plattformbetreiber steigen auf diesen Trend ein und entwicklen mehr Shopping- und Bezahlfunktionen. Dies ergibt für Influencer wieder noch größere Möglichkeiten und Chancen.



Das Hauptproblem der Influencer ist der teilweise schlechte Ruf dieser Branche, der hauptsächlich bei Nichtkennern der Branche vorherrscht. Besonders in der Coronazeit verstärkte sich zu Beginn das schlechte Image der Social Media-Experten. Doch viele Fans der Influencer beeindruckte dies nicht und unterstützen weiterhin ihren Lieblingsinfluencer.

COVID-19 war eine große Umstellung für Influencer, viele meisterten diese Veränderung mit Bravour, nutzen die Krise als Chance für ihr Business und gehen sogar gestärkt mit neuen Followern, engerer Bindung zu ihrer Community, größerer Contentkreativität, mehr Authentizität sowie neuen Verkaufskonzepten daraus hervor. Jede Branche hat seine Vor- und Nachteile, ausschlaggebend ist, was man während einer solchen Pandemie daraus macht.





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